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Russland

Die deutsche Wehrmacht begann ihren Ostfeldzug gegen die Sowjetunion am 22.6.1941. In drei Orten Russlands wurden während der Besatzungszeit eigene Postwertzeichen herausgegeben.

Sammelgebiet Russland

Am 9.7.1941 erreichten die Wehrmachtstruppen im Nordwesten Russlands nahe der Grenze zu Estland die Stadt Pleskau. Ihre Besetzung dauerte bis zum 23.7.1944. Im Zeitraum 7.8.1941 – 30.4.1942 wurden durch die Stadtpost der deutschen Feldkommandantur nach dem Michelkatalog 23 Marken- und 4 Blockausgaben in Umlauf gebracht. Zunächst waren es einige sowjetische sowie eine deutsche Hindenburgmarke mit dem Handstempelaufdruck „Pleskau“. Später gab es auch eigene Motive. Zum 1.5.1942 wurde das Stadtpostamt Pleskau als Postamt der Deutschen Dienstpost Ostland übernommen. Deshalb war ab dem 1.6.1942 nur noch die Hitlerausgabe mit Aufdruck „Ostland“ frankaturgültig. Viele der Marken des Teilgebietes Pleskau sind selten, einige sogar sehr selten und deshalb hochpreisig. Da viele Aufdruck- und Stempelfälschungen existieren, bedürfen zumindest die teuren Marken des Zertifikats eines ausgewiesenen Prüfers.

Die Wehrmacht erreichte bei ihrem Ostfeldzug bereits im Juli/August 1941 auch die Region Leningrad (heute St. Petersburg). In der Stadt Ljady, die etwa 170 Kilometer südlich von Leningrad liegt, errichtete man eine Kreiskommandatur. Diese unterhielt auch eine Botenpost, für die im Dezember 1941 eigene Briefmarken in Umlauf gebracht wurden. Dabei handelte es sich um zwei Ostlandmarken, die durch aufgefundene sowjetische Stempel mit dem Ortsnamen und dem Währungsbetrag in Kopeken in zwei Aufdruckfarben entwertet wurden. Mit geprüften echten Stempeln sind die Marken sehr selten.

Ebenfalls im Regierungsbezirk Leningrad lag die Stadt Luga, die von der deutschen Wehrmacht vom 24.8.1941 bis zum 12.2.1944 besetzt war. Im Oktober/November 1941 war die Ausgabe von 10 sowjetischen Marken mit Aufdruck vorgesehen; tatsächlich wurden diese Marken aber nicht ausgegeben. In postfrischer Erhaltung sind sie relativ selten.

Zuschläge: Russland

1941, Hilfe für Stadtkindergärten 60 K.aus der rechten oberen Bogenecke, ungezähnter Probedruck (wie 12ax) in etwas abweichender Farbe, postfrisch, tadellos, winzige Knitter im äußeren Bogenrand, u.a. sign. Krischke sowie Fotoattest Brunel (2020)
376. Heinrich Köhler-Auktion (2021)

Zuschlag: EUR 320,-


Kindergärten-Block mit liegendem Wasserzeichen mit Stempel "PSKOV 1 12 41" auf Ersttags-Einschreibe-Brief, selten, tadellos, Fotoattest Zirath BPP
358. Heinrich Köhler-Auktion (2014)

Zuschlag: EUR 1.900,-


Hinderburg 3 Pfg. mit Aufdruck, ungebraucht mit stärkeren Anhaftungen, Kabinett, sehr selten, Fotoattest Krischke
358. Heinrich Köhler-Auktion (2014)

Zuschlag: EUR 580,-