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Herzogtum Braunschweig

Die ersten braunschweigischen Briefmarken erschienen am 1. Januar 1852

In der Mitte des 19. Jahrhunderts verhielt sich das Herzogtum Braunschweig politisch neutral und verbündete sich weder mit Österreich noch mit Preußen. Dem Deutschen Zollverein schloss sich Braunschweig 1841 und dem Norddeutschen Bund 1866 an. Ab dem 1. Januar 1871 war Braunschweig Teil des Deutschen Reiches. Die Bevölkerung erlebte wirtschaftlich schwere Zeiten, insbesondere nach den Hungerjahren 1846/47 suchten viele Menschen ihr Heil in der Auswanderung.

Eine Vier-Viertel-Marke zur Anpassung an DÖPV-Portostufen

Das Herzogtum Braunschweig zählte zu den kleineren Post- gebieten mit einem geringen Postaufkommen. Es trat Anfang 1852 dem DÖPV bei und gab am 1. Januar desselben Jahres seine ersten  Briefmarken heraus. Obwohl die Bevölkerung zahlreich ins Ausland ausgewandert ist, sind Briefe ins Ausland sehr selten.

Braunschweig litt unter den Auswirkungen der Währungsvielfalt und der unterschiedlichen Portotarife. Es erwies sich als schwierig, über die Altdeutschen Staaten hinweg eine funktionierende Postbeförderung sicherzustellen. Wollte man einen Brief korrekt frankieren, galt es, das im eigenen Lande gültige Porto in die Portostufen des DÖPV umzurechnen.

Im März 1857 löste man das Problem mit einer in Viertel teilbaren  Gutegroschen-Briefmarke. Die Verwendung der vollständigen Vier-Viertel-Marke wie auch ihre Teilung in drei Viertel, zwei Viertel und die relativ winzige Marke von einem Viertel sind belegt und entsprechen den Gepflogenheiten. Darüber hinaus wurden auch Marken höherer Portostufen halbiert, weil keine entsprechenden kleineren Werte verfügbar waren.

Zuschläge: Herzogtum Braunschweig

2 Silbergroschen auf blau diagonal halbiert, rechte obere Hälfte, an beiden Außenrändern mit vollständigem Durchstich und sehr schön farbfrisch, mit klar aufgesetzter blauer Nummer "18" und sauber nebengesetztem Aufgabestempel "HALLE A.D. WESER 23 3" auf Briefhülle nach Osterode. Ein außerordentlich schöner und seltener Brief; es sind nur zwei weitere Briefe mit dieser Halbierung bekannt von denen dieser u. E. der schönste und wahrscheinlich auch qualitativ beste ist. Eine der großen Seltenheiten der Altdeutschland-Philatelie, sign. Friedl, Wien, Fotoattest Lange BPP Provenienz: Sammlung Rothschild (1939), Julius Steindler (1971), John R. Boker jr. (1988)
351. Heinrich Köhler-Auktion (2012)

Zuschlag: EUR 62.000,-


Linienförmig durchstochen 17: 1 Silbergroschen auf gelb mit allseits vollständigem Durchstich, links innerhalb einer Scherentrennung, sehr schön farbfrisch, ungebraucht ohne Gummi; als Kuriosum sei ein im Papier eingeschlossenes Filzhaar erwähnt. Ein phantastisch schönes und sehr frisches Exemplar dieser - insbesondere in ungebrauchter Erhaltung - außerordentlich seltenen Marke, es sind nur zwei weitere Stücke registriert, sign. Georg Bühler mit Fotoattest (1966) sowie Fototattest Lange BPP
351. Heinrich Köhler-Auktion (2012)

Zuschlag: EUR 11.000,-


1/3 Silbergroschen schwarz im senkrechten 3er-Streifen, farbfrisch und mit vollem Durchstich, mit sauberer und höchst ungewöhnlicher Duplex-Entwertung durch blaue Nummer "37" bzw. DKr. "SCHÖNINGEN 31 OCT. 1865" auf komplettem Faltbrief nach Wolfenbüttel mit Ankunftsstempel; durch die untere Marke des Streifens verläuft ein schwacher, kaum wahrnehmbarer Briefbug, sonst einwandfreie und außerordentlich schöne Erhaltung. Ein ebenso schöner wie seltener Brief; der 3er-Streifen ist die größte bekannte gebrauchte Einheit dieser Marke und als senkrechter Streifen Unikat, sign. Drahn und Kruschel Provenienz: 120. Edgar Mohrmann-Auktion (1965), 'Romanow' (1975), John Boker Jr. (1988)
348. Heinrich Köhler-Auktion (2012)

Zuschlag: EUR 17.000,-