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Deutsche Post in Marokko

Frankreich hat im 19. Jahrhundert auch in Nordafrika seine Interessen militärisch durchgesetzt und weite Gebiete unter seine Kontrolle gebracht. Das galt insbesondere für Algerien und Tunesien. Allerdings betrachtete Frankreich auch das Sultanat Marokko als sein Einflussgebiet. Dem setzte die Regierung des Deutschen Reiches eigene Interessen entgegen. Dazu gehörten die Eröffnung eines eigenen
Postamtes in Tanger im Dezember 1899, der Ausbau eines Netzes von etwa einem Dutzend deutscher Postanstalten in weiteren Städten in Marokko und schließlich der Besuch des deutschen Kaisers in Tanger im März 1905. Die deutschen Postanstalten deckten in der ersten Zeit nur den Postverkehr entlang der Küste ab. Die Beförderung der Post in das bzw. aus dem Inland übernahmen private Kurierdienste, die auch eigene Marken herausgaben.

1912 schuf Frankreich Fakten und besetzte auch Marokko. Im Vertrag von Fès verzichtete der Sultan gezwungenermaßen zugunsten von Frankreich auf seine Souveränität, Nordmarokko wurde als Protektorat an Spanien abgetreten und Tanger erhielt einen internationalen Status. Kriegsbedingt konnte der Postverkehr der deutschen Postanstalten in der spanischen Zone ab Anfang 1914 nur in eingeschränktem Umfang fortgeführt werden. Die deutschen Postanstalten in der französischen Zone stellten bereits Anfang August 1914 ihren Betrieb ein; mit Tanger schloss das letzte deutsche Postamt allerdings erst sieben Jahre später im Juni 1919.

Sammelgebiet „Deutsche Post in Marokko“

Als Vorläufer des Sammelgebietes zu betrachten sind die Reichspostmarken der Ausgabe von 1889, die von Vertretern der Schiffe der Woermann-Linien ab 1893 postamtlich verkauft wurden. Entwertet wurden sie durch Seepoststempel, und zu erkennen sind sie an entsprechenden Annahme- oder Absendervermerken.

Im Laufe des Jahres 1899 wurden dann 6 Reichspostmarken der Krone/Adler-Serie mit dem diagonalen schwarzen Aufdruck „Marocco“ hergestellt. Wegen Umrechnungsschwierigkeiten wurden diese jedoch nicht ausgegeben und existieren deshalb nur ungebraucht. Am 20.12. desselben Jahres erschienen sie dann mit dem Aufdruck des Landesnamens und der Landeswährung 3 bis 60 Centimos der Landeswährung Peseta. Insgesamt verzeichnet der Michelkatalog 58 Hauptnummern herausgegebener und 16 nicht bzw. nicht amtlich herausgegebener Marokko-Marken. Bei der letzten Serie der ausgegebenen Marken von 1911 wird zwischen dem Friedens- und dem Kriegsdruck unterschieden.

Zu den Raritäten des Sammelgebietes gehören ganze Sätze der unverausgabten Serie von 1905.

Zuschläge: Deutsche Post in Marokko

Fetter Aufdruck: 3 Pes.75 Ctc., Type I, ungebraucht
368. Heinrich Köhler-Auktion (2019)

Zuschlag: EUR 550,-


1905, unverausgabte 10 Pfg. mit Aufdruck in Fraktur, postfrisch, Kabinett, sign. Bothe BPP (Mi. 3500,-) ex Dr. Rueger
343. Heinrich Köhler-Auktion (2011)

Zuschlag: EUR 800,-


6 Pes. 25 cts. auf 5 Mark in Type II, farbfrisch und gut gezähnt, ungebraucht mit leichten Falzspuren, Pracht, Fotoattest Dr. Pauligk BPP (1995) (Mi. 2.000,-)
367.Heinrich Köhler-Auktion

Zuschlag: EUR 500,-