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Deutsche Lokalausgaben 1922/23

Die sich überschlagende Preisanstieg in der Hochinflationsphase der Weimarer Republik führte unter anderem auch zu Verknappungen bei den Postwertzeichen. Die Reichsdruckerei konnte schon lange den Bedarf an Briefmarken nicht mehr decken, und selbst die in ihrem Auftrag arbeitenden Privatdruckereien waren bald nicht mehr in der Lage, alle nachgefragten Mengen zu liefern. In vielen Orten Deutschland griff man deshalb dazu, anstelle der Briefmarken Gebührenzettel als Frankatur zu nutzen. Diese Möglichkeit war offiziell zulässig, die Ausführung der Gebührenzettel durch eine Dienstvorschrift geregelt.

Sammelgebiet Deutsche Lokalausgaben 1922/23

In etwa achtzig Kommunen, die sich über das gesamte Reichsgebiet verteilten, wurden derartige Gebührenzettel als offizielle Frankatur verwendet, überwiegend in der zweiten Hälfte des Jahres 1923.

Katalogpreise für gut erhaltene Gebührenzettel liegen aktuell zwischen 400 und 900 Euro; Raritäten sind selten. Gleichwohl existieren auch Fälschungen.

Von den „Lokalausgaben“ zu unterscheiden sind sog. „Lokaldrucke“ aus derselben Zeit. Bei letzteren handelte es sich um Aufdrucke neuer Nominalwerte auf vorhandene Markenbestände durch elf Oberpostdirektionen im September 1923.

Zuschläge: Deutsche Lokalausgaben 1922/23

1923, Gebührenzettel mit Paraphe auf Brief mit Wertangabe "75000" und Aufgabestempel "SCHLOCHAU -4.9.23" nach Hammertein, rückseitige Klappe fehlend, sonst tadellos

Zuschlag: EUR 150,-


Bruckmühl: Postverschlußzettel als Gebührenzettel mit Kastenstempel mit Wertangabe „30000“ auf Postkarte von „BRUCKMÜHL 10.9.23“ mit Text nach Augsburg, gute Erhaltung, sign. Infla Berlin und Düntsch und Fotoattest Weinbuch BPP (2020) (Mi. 900,-), ex F. Müller
375. Heinrich Köhler-Auktion (2020)

Zuschlag: EUR 280,-


Berlin C2: Gebührenzettel „Gebühren bezahlt“ (weiter Zeilenabstandt) auf kpl. Faltbrief von „BERLIN C2 28.8.23“ nach Barenhof, Brief zweimal gefaltet und Gebührenzettel rechts mit senkrechten Faltbug, sonst in guter Gesamterhaltung, sign. Infla Berlin, Klickow und Peschl und Fotoattest Weinbuch BPP (2020) (Mi. 500,-), ex F. Müller
375. Heinrich Köhler-Auktion (2020)

Zuschlag: EUR 180,-